Aus dem Jahr 2007, dennoch aktuell: Die Ergebnisse einer der ersten Studien zur Entwicklung von Materialismus bei Kindern. Marketing-Professoren der Universität Minnesota und Illinois fanden heraus: Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Konsumverhalten und Selbstwertgefühl. Der zur Studie veröffentlichte Artikel mit dem Titel: „Growing up in a Material World. Age Differences in Materialism in Children and Adolescents“ fördert Eindeutiges zu Tage. Der Konsumdrang entwickelt sich umgekehrt proportional zum Selbstwertgefühl.
Insgesamt 50 Kinder und Jugendliche dreier unterschiedlicher Altersgruppen nahmen an zwei Studien teil (8-9 Jahre, 12-13 Jahre und 16-18 Jahre. Die erste Studie ergab, dass die Konsumbereitschaft von der ersten bis zur zweiten Altersgruppe steigt. Im Alter ab 16 bis Jahren sinkt sie wieder. Das Selbstwertgefühl hingegen entwickelt sich genau anders herum. Es nimmt im Alter von 12 bis 13 Jahren ab, steigt allerdings mit etwa 16 Jahren wieder. Zusammengefasst bedeutet das: Niedrigeres Selbstwertgefühl verursacht höheren Konsum.
In einer zweiten Studie untersuchten die Professoren die Wechselwirkung zwischen Konsum und Selbstwertgefühl auf andere Weise. Altersgenossen durften die Probanten positiv bewerten, bei den 12- bis 13- und den 16- bis 18-jährigen nahm die Konsumbereitschaft daraufhin abrupt ab. Auch das heißt: Positives Selbstwertgefühl verhindert übermäßigen Konsum. So weit so gut. Durch Kenntnis dieses Zusammenhangs fällt es leichter, das Konsumverhalten Heranwachsender zu verstehen. Allerdings bleibt eines sicher: Positives Selbstwertgefühl entsteht nicht durch Konsum. Lediglich die Illusion davon verführt zum Kauf. 
cos.