von Alison McGhee, Peter H. Reynolds

Ich gehe oft mit meinen Kindern in den Buchladen um die Ecke. Dort steht in einer kleinen Leseinsel eine Keksdose – ein Garant dafür, dass die Kinder sich fünf bis zehn Minuten still beschäftigen und ich zügig die neuesten Kinderbücher durchstöbern kann. Was bei Kinderbüchern überhaupt gut möglich ist, da durch wenig Text und schöne Zeichnungen schnell erfassbar ist, wovon die Geschichte handelt. Neulich fiel mir das Buch „Wenn du einmal groß bist“ in die Hände. Ich blättere über die Seiten mit den schlichten, quirligen Illustrationen. Am Anfang stehen die Worte einer Mutter „Als du noch ganz klein warst, habe ich deine Finger gezählt und jeden einzeln geküsst.“. Es ist die Geschichte einer großen Liebe, wenn nicht der größten überhaupt: „Manchmal wenn Du schläfst, sehe ich Dir beim Träumen zu.“ Das Buch erzählt vom Groß werden, von den Dingen die unaufhaltsam passieren: „Eines Tages wirst du dich hoch – ganz hoch in die Lüfte schwingen, so hoch, wie du dir nie zugetraut hättest." Es erzählt vom unabänderlichen Lauf des Lebens: „Eines Tages wirst du zu diesem Haus zurückblicken und dich fragen, wie etwas, das so groß ist, so klein aussehen kann.“ Als ich das Buch schließe, schlucke ich die aufsteigenden Tränen hinunter, um die Kinder und den Buchhändler nicht zu erschrecken. Ich werde später weinen.
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 „Wenn das Leben weitergeht, werden Kleine groß und Große alt; die Liebe aber ist es, die von einer Generation zur nächsten hinüberwächst und Alt und Jung mit einem zarten, aber festen Band verbindet. Dies ist die Botschaft dieses poetischen Büchleins“.

"Wenn Du einmal groß bist", Gerstenberg Verlag, 48 Seiten, farbig illustriert, 11,90 Euro