Kennen Sie das: Ihr Kind sieht Dinge, von denen Sie nicht einmal dachten, dass sie sich dort befinden könnten, wo sie das Kind gerade aufgespürt hat. Kinder sehen so viele winzige Sachen, die man als Erwachsener schlicht nicht beachtet. Wissenschaftler der Universität von Barcelona veröffentlichten im Juni Ergebnisse einer Studie zur Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit im Laufe des Lebens. Sie fanden heraus, dass die „Empfindlichkeit für Sprachen, Gesichter, Stimmen und Musik“ im frühen Leben sehr ausgeprägt ist und mit steigendem Alter stark abnimmt. Das hängt mit der Einengung des Wahrnehmungsvermögens zusammen. Es sind die eingeprägten Erfahrungen und Anschauungen, die dazu führen, dass sich die Fähigkeiten der Wahrnehmung zurückbilden. Auch andere Studien beweisen das: Forscher der Universität Sheffield in England untersuchten Babys im Alter von sechs und neun Monaten sowie Erwachsene auf ihre Fähigkeit hin, die Gesichter von verschiedenen Menschen und Tieren zu unterscheiden. Die Ergebnisse zeigen, dass die Fähigkeit, Gesichter zu unterscheiden mit dem älter Werden deutlich sinkt. Wissenschaftler der MCMaster Universität in Kanada erkannten, dass Babys im Alter von sechs Monaten 11 verschiedene Sprachen unterscheiden können. Neun bis zwölf Monate alte Kinder hingegen differenzieren nur innerhalb ihrer Muttersprache. Mit dem Heranwachsen nimmt das Wissen zu, gleichzeitig nehmen grundlegende Fähigkeiten ab. Viele Wunderkinder bringen beispielsweise als Erwachsene nur noch mittelmäßige Leistungen. Menschen eignen sich durch Lernprozesse Vorstellungen an. Die Erfahrungen, Anschauungen, Vorurteile und  Vorstellungen werden von Tag zu Tag mehr und prägen sich ein. Dadurch kann der erwachsene Mensch viele alltägliche Dinge routiniert und schnell erledigen, verliert dabei jedoch auch seine Offenheit. Die ursprüngliche, unvoreingenommene und kreative Natur des Menschen wird im Laufe des Lebens fast vollständig überdeckt. Es ist wie mit einem weißen Kleidungsstück: ist es einmal befleckt, ist es schwer, es wieder rein zu bekommen.  Einziger Ausweg aus dieser zutiefst menschlichen Misere sind so genannte Kultivierungsschulen. Durch sie können Anschauungen durchbrochen und zur direkten Wahrnehmungsfähigkeit zurückgeführt werden. Sie geben Hinweise, Gebote und Weisheiten, die helfen, ein selbstloses Bild von sich und der Welt zu erhalten. Dabei sind Veränderungen im Gehirn möglich, die das Erleben von Gefühlen wie Liebe und Mitgefühl wieder deutlich steigern.
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(Quelle: Epoch Times Deutschland)