Mit Bildern von Else Wenz-Vietor

Als ich die Kinder heute Morgen auf den Dachboden schicke, um alte Flaschen dorthin aufzuräumen, kommen sie ganz aufgeregt zurück. Sie zerren mich an der Hand ins Treppenhaus und zeigen auf einen „Schneider“, der gelassen an der Wand hängt und keiner Fliege etwas zu Leide tut. Mein Sohn findet, wir sollten ihn töten – immerhin ist es ein gefährliches Tier. Ich überlege, wie ich den Kindern klar mache, dass ein jedes Wesen, Schutz befohlen ist. Da fällt mir das wundervolle Buch „Der Himmel der Tiere“ ein.
Im Himmel der Tiere landen alle verletzten, vernachlässigten und gequälten Tiere: ein fußlahmer Maikäfer, ein magenkranker Frosch, eine getretene Schnecke, ein Vöglein, das aus dem Nest gefallen ist oder ein flügellahmer Schmetterling,
Andere Tiere kümmern sich liebevoll um die Kranken. Sie werden getröstet und gepflegt. Eilig werden Tröpfchen verabreicht, Verbände angelegt, Hustensäfte eingegeben bis ein jedes wieder krabbeln, springen oder fliegen kann, um das Leben im Jenseits auch genießen zu können. 
In kindgerechten Reimen erzählt die Autorin Sophie Reinheimer, wie es im Himmel der Tiere zugeht. Else Wenz-Vietor illustrierte die Verse mit nostalgischem Geist und schuf Bilder, die eine freundliche Sprache sprechen
Ein feines Büchlein, um Kindern bewusst zu machen, dass auch Tiere leiden, und dass die Fliegenklatsche nicht das Mittel der Wahl ist, sobald ein Insekt die Frühstücksbutter umkreist.

„Vom Himmel der Tiere“, Verlag Lappan, 20 Seiten, farbig illustriert, 9,95 Euro.