Was mit einem Laptop aus dem Spielwarenladen beginnt, erreicht eines Tages den Punkt, an dem regelmäßiger Internetgebrauch alltäglich wird. Laut einer Befragung durch Bitkom (Bundesverband Informationswirtschaft Telekommunikation und neue Medien e.V. ) in 1000 Haushalten mit Internetanschluss und Kindern surfen 71 Prozent der 7 bis 10-Jährigen regelmäßig im Internet. Ab 11 Jahren ist praktisch jedes Kind jeden Tag im Netz. Problematisch ist, dass die meisten von Ihnen die Konsequenzen ihrer Ausflüge in die Netzwelt nicht oder noch nicht richtig einschätzen können. 90 Prozent der 10 bis 17-Jährigen nutzen soziale Netzwerke - jeder Zweite hat dort ein eigenes Profil. Da werden in Kinderzimmern Selbstdarstellungswerke kreiert und bei Facebook oder SchülerVZ präsentiert, die sich teilweise gewaschen haben. Die Jugendlichen tauschen über die sozialen Netzwerke Informationen oder Fotos aus und fühlen sich dabei ganz „unter sich“. Das sind sie aber nicht: Fremde können diese öffentlichen Informationen jederzeit missbrauchen und Arbeitgeber informieren sich mittlerweile bei Facebook oder StudiVZ über Bewerber. Ursula von der Leyen findet, dass es sich bei einer Profilerstellung um einen kreativen Prozess handelt, der an sich ja gut ist. Es gibt allerdings auch Kinder und Jugendliche, die durch das Internet nichts Gutes erfahren; beim „Cyber bullying" suchen sich Gleichaltrige einzelne Klassenkameraden und machen sie per Chat oder in den Netzwerken regelrecht fertig. Viele Eltern wissen gar nicht, was Ihre Kinder im Internet machen – die virtuellen Welten sind ihnen fremd und das Interesse, sich darüber zu informieren ist relativ gering. 31 Prozent der Eltern glauben, die Internet-Aktivitäten ihrer Kinder nicht kontrollieren zu können. Von der Leyen rät, sich mit den Hobbys der Kinder auseinanderzusetzen und für jüngere Kinder Filter zum Schutz vor kriminellen Seiten einzubauen. Denn ein Segen kann sich immer auch als Nachteil erweisen. 
cos

(Quelle: SPIEGEL.DE / Foto: PIXELIO)