Holly und Ivy

Als den Kindern die Geschichte zum ersten Mal vorgelesen wurde, hatten nicht sie, sondern der Vorleser Tränen in den Augen. Die zu Herzen rührende Geschichte der kleinen Ivy, die in einem Waisenhaus lebt und von einer eigenen Puppe träumt ist ein märchenhaftes Stück guter alter Erzählkunst. Die Geschichte spielt in England und erinnert ein wenig an Oliver Twist. Ivy ist das einzige Kind eines Waisenhauses, das über die Weihnachtstage nicht zu einer Gastfamilie eingeladen wird. Da die Leiterin des Waisenhauses, Mrs. Shepard ihre kranke Schwester pflegen muss, soll Ivy für die Weihnachtstage im Säuglingsheim untergebracht werden. Mrs. Shepard bringt die traurige Ivy zum Zug, doch Ivy hat andere Pläne, sie steigt einfach in Aylesbury, einer völlig fremden Stadt aus.
Währenddessen wartet in einem Spielzeugladen in Aylesbury eine Puppe namens Holly auf ihr "Weihnachtsmädchen". Ähnlich wie Ivy ist sie die einzige Puppe, die am Vorweihnachtstag nicht verkauft wurde. 
Wie mächtig der Wunsch eines kleinen Mädchens und der einer Puppe wirken können, erzählt dieses zauberhafte Buch. Alle möglichen Hindernisse stellen sich ihnen in den Weg: das Verlorensein in einer fremden Stadt, Kälte und Hunger, die missgünstige Eule Abracadabra im Spielzeugladen – und die stetig verrinnende Zeit bis zum Fest. Aber wann kann schier Unüberwindbares dennoch überwunden werden, wenn nicht in der besonderen Stimmung des Weihnachtsfestes? 

„Holly und Ivy“, Verlag Urachhaus, gebunden, farbig illustriert, 32 Seiten, 14,50 Euro