Anderen beim Essen zuzusehen, einer zutiefst an das Selbst gerichteten Handlung, regt nicht unbedingt den Appetit an. Seine Artgenossen dabei zu beobachten, wie sie Speisen auf eigentümliche Weise zwischen den Zähnen zermalmen und dabei seltsame Geräusche von sich geben, ist langweilig und bisweilen ärgerlich. Denn eigentlich weiß man, wie es geht und man weiß, welches Verhalten bei Tisch die guten bis angemessenen Sitten vorschreiben. Bei Tieren ist das anders, hier gibt es keine Ordnung der guten Manieren, Nahrung zu sich zu nehmen, ist reiner Überlebenszweck, erfordert natürliche Anpassungen, passiert spontan und reflexartig. Es gibt unzählige Weisen, des tierischen Speisens und passend dazu naturgegebene physischen Beschaffenheiten – ein unerschöpflicher Fundus an rätselhaften Eigenheiten und bizarren Merkmalen tut sich da auf. In dem Buch „Tiere wie sie fressen“ werden Tiere vorgestellt, „die sich auf besonders raffinierte Weise an ihre Umgebung angepasst haben, um so an die von ihnen benötigte Nahrung zu kommen. Manche sind Fleischfresser, andere Pflanzenfresser; doch alle sind Spezialisten und zeigen uns die enorme Bandbreite an unterschiedlichen Strategien zur Nahrungssuche und -aufnahme.“ Warum stoßen Buckelwale bei der gemeinsamen Jagt Luftblasen aus? Warum weinen Krokodile, wenn sie fressen manchmal „Krokodilstränen“? Und warum renkt die Kreuzotter zum Schlucken häufig ihre Kiefer aus? Das Buch beantwortet diese und andere Fragen. Insgesamt 12 außergewöhnliche Tiere, unterschiedlicher Lebensräume und deren Besonderheiten beim Fressen werden in fein gezeichneten und äußerst realistischen Illustrationen sowie kurzen Texten präsentiert.
Eine kleine Studie zum fantastischen Reichtum der Erde.
cos

Gerstenberg Verlag, 32 Seiten, farbig illustriert, 14,90 Euro