Die Kinder lärmen durch die Wohnung, gleich muss das Abendessen auf dem Tisch stehen, die Wäsche ist noch in der Maschine, Chaos im Wohnzimmer, Chaos im Kinderzimmer, Chaos in der Küche, gleichzeitig klingeln Telefon und Türglocke und die Geschenke für den Kindergeburtstag morgen müssen auch noch hübsch eingepackt werden. Kennen Sie das Gefühl, dass die Wellen über Ihnen zusammenschlagen? Es ist einfach, darüber die Nerven zu verlieren, es ist schwer, sich dabei zu sammeln. Sind Sie oft müde, abgeschlagen, fühlen sich getrieben und haben Sie

manchmal den Eindruck niemals richtig Ruhe oder Zeit zu haben? Psychologen und Ärzte fassen diese Symptome unter dem Begriff „Eltern-Burnout“ zusammen. Wer sich von der Last des Alltags mit Kindern allzu häufig erdrückt fühlt, könnte betroffen sein. Täuscht die Vorstellung, dass Eltern vor 40 Jahren nicht ansatzweise so gehetzt und belastet waren, wie die Mütter und Väter heutzutage, davon abgesehen, dass der Begriff Burnout Syndrom noch gar nicht existierte.
Übermächtiger Erwartungsdruck lastet auf den Eltern. Der Druck die perfekte Familie, perfekte Kinder zu haben, die bereits mit 3 Jahren lesen, schreiben, ein Instrument spielen können und mindestens eine Fremdsprache beherrschen. Alle sind bestens gelaunt, die Wohnung glänzt blitzblank und die entspannte Mutter verteilt großzügig Schokolade aus dem Kühlschrank, lacht dabei und macht sich keine Gedanken über Karies oder das Gewicht ihrer Kinder. Aber so ist es nicht und dieser Kontrast zwischen der heilen Welt, die sich durch Filme, Werbung und Idealisierung in unseren Köpfen festgesetzt hat und dem ernüchternden Blick auf eine unaufgeräumte Wohnung oder einen lückenlosen Terminkalender, macht uns buchstäblich krank. Wer die oben beschriebenen Anzeichen spürt, sollte reagieren und gegensteuern. Das ist wichtig, da Stress und Überforderung, sich nur zu mehr Stress und Überforderung entwickeln. Dieser Teufelskreis kann durchbrochen werden, indem man sich bewusst Pausen einräumt, die Kinder zeitweise von anderen Personen betreuen lässt, regelmäßig etwas ohne Kinder unternimmt – mindestens einmal pro Woche empfehlen Psychologen, und dabei nicht das schlechte Gewissen empfindet, man sei Rabenvater oder Rabenmutter. Wichtig sind gute Kontakte zu Freunden und Nachbarn, denn wer mit seinen Sorgen und viel Arbeit auch noch allein dasteht, hat es doppelt schwer.  
Unter dem Titel „Eltern-Burnout“ von Bettina Mähler, erschienen im Rowohlt Verlag, finden Sie zu diesem Thema kompetenten Rat und Anregungen, wie man Burnout-Fallen meidet und individuelle Lösungen findet. Also - nicht unterkriegen lassen!
cos