Ich habe meinem Mann ein Fahrrad bei Ebay  ersteigert, das ich ihm zum Geburtstag schenken möchte. (Ich gehe davon aus, daß er unser Tagebuch nicht regelmäßig liest...) Der Preis stieg höher als ich es mir vorgestellt hatte, aber da mich aber das Auktionsfieber gepackt hatte und ich von dem Fahrrad begeistert war (Gazelle, Stangenbremse etc), blieb ich dabei und bekam den Zuschlag. (Erstaunlich, wie der Puls in den allerletzten Minuten der Auktion ansteigt!) Da das Rad bei Bonn steht, muß ich es entweder persönlich abholen oder mit Hermes nach München bringen lassen. Ich entschied mich für letzteres und führte ein sehr nettes Telefonat mit dem bisherigen Besitzer, um die Übergabe zu besprechen. Ich wollte ihm die Transportgebühr nachträglich überweisen, damit er Hermes bei Abholung bezahlen könne. Das lehnte er rundweg ab mit der Begründung, daß die Auktion viel mehr erbracht hätte, als er erwartet habe und da fände er es nur fair, wenn er nun den Transport bezahlen würde. (Immerhin knapp 50,-€.) Davon ließ er sich nicht abbringen. Ich war sprachlos und zutiefst gerührt, daß ein wildfremder Mensch mir ein solches Angebot macht. Aus seinem persönlichen Gefühl der Gerechtigkeit heraus. Nicht auf den eigenen Vorteil bedacht, sondern einfach großmütig. Vielleicht ist der Werteverfall in unserer Gesellschaft doch noch nicht ganz so weit fortgeschritten, wie überall beklagt?! Schön wärs!
A.S.