In den über 6 Jahren, in denen ich nun schon Mutter bin, habe ich so ziemlich alle Elternzeitschriften dieser Welt zumindest testgelesen. Gekauft hatte ich sie selbstverständlich - wie sollte es anders sein - nach Nächten mit wenig Schlaf, bei Schnelleinkäufen an der Supermarktkasse, vollbepackt mit einem nach dem Schnuller quengelnden Kind, Kinderwagen, Wickeltasche und Co. Ich war sozusagen die personifizierte Zielgruppe.
Nach drei Jahren Elternlektüre und unzähligen Tipps zu Themen wie "Jedes Kind kann binnen fünf Minuten einschlafen" und "Sauberkeitserziehung ohne Stress" merkte ich, dass ich einfach nicht mehr Zielgruppe genug bin. Wissen Sie, es ist wie mit den 1000 Ratgebern und Kochbüchern, die ich auch im Schrank habe: Vom Kauf alleine, löst sich weder ein Problem, noch zaubert das Zücken der Geldbörse im Kiosk ein unglaublich gesundes und zugleich für Kleinkinder wahnsinnig attraktives Essen auf den Tisch. Und wenn ich nun am Abend nach unendlichen Stunden des LaLeLu-Singens die Prinzessin endlich im Bett hatte, dann wollte ich vieles, aber sicher keine schlauen Ratschläge, die mir vorgaukeln, dass doch eigentlich alles so einfach ist.

Vergangenes Wochenende. Ich stehe im Supermarkt - natürlich wieder in Eile und mit Kind, aber schon längst ohne Kinderwagen und die Kleinkinderkampfausrüstung - und entdecke ein Magazin, das sich eindeutig an Eltern richtet, aber endlich mal etwas verspricht, was wir Eltern viel mehr brauchen als Tipps von kinderlosen Pädagogen: Verständnis von echten Menschen, das Gefühl doch noch ein klein wenig cool zu sein und Hilfe im bzw. für den Alltag. Um das Versprechen zu unterstreichen, verlost man gleich mal eine Haushälterin für ein Jahr. Ich mach es kurz: Nach drei Jahren bin ich rückfällig geworden und griff zu. Die Rede ist von der nigelnagelneuen Erstausgabe der Brigitte Mom.
Was soll ich sagen? Das Magazin hält, was es auf der Titelseite verspricht. Neben der Verlosung besagter Perle erhält man viele Einblicke in Familien von nebenan und bekommt damit das Gefühl vermittelt, das ich mir in den letzten Jahren schon so oft von besagten Magazinen gewünscht hätte. Statt abermals zu vermitteln, wie wir Mütter noch schneller, lockerer und gutaussehender den Spagat zwischen Job, Familie und der abendlichen Gesichtsmaske schaffen könnten, gibt die Brigitte Mom viel mehr das Gefühl, dass nichts perfekt sein muss und jedes Modell seine Berechtigung hat. Eigentlich geht das Magazin mit seiner erfrischenden Lässigkeit noch einen Schritt weiter, denn so einige Male dachte ich mir beim Lesen "Siehste, so schlimm bist du gar nicht, geht alles noch heftiger".

Und wissen Sie, was mich erst so richtig gefreut hat? Wir sind drin. Ganz ohne Vorwarnung fand ich unsere tolle Hasenlampe neben vielen weiteren Produkte, die allesamt "kauf mich" rufen.

Kurzum: Ich werde in Sachen Brigitte Mom sicherlich zum Wiederholungstäter und dass ich bei der Verlosung der Perle mitgemacht habe, werden Sie sich bestimmt auch schon denken können. Wie, Sie noch nicht? Hier gehts lang...