Es gab Zeiten, da wurde der Begriff „Mobbing“ für Fehlverhalten innerhalb der erwachsenen Berufswelt benutzt. In einem definitorischen Eintrag findet man unter „Mobbing“ die Beschreibung von Psychoterror am Arbeitsplatz. Inzwischen ist der Ausdruck auch auf den Bereich der an sich unschuldigen Kindheit übergeschwappt und hat dort Alltagstauglichkeit erlangt. Somit gibt es auch ständig neue Erhebungen und Erforschungen zum Thema: Mobbing in der Schule. Lt. einer Studie der Leuphana-Universität Lüneburg war jeder dritte Schüler an einer weiterführenden Schule schon einmal Opfer einer Mobbingattacke (31,2 Prozent).  Opfer körperlicher Gewalt wurde beinahe jeder zehnte Schüler (9,7 Prozent).  Gewalttätig waren besonders häufig  Jungen – jeder  fünfte (21,5 Prozent) gab an, schon einmal übergriffig geworden zu sein. Bei den Mädchen sind es hingegen nur 6,5 Prozent.  Im Auftrag der DAK hatte die Hochschule 1859 Schüler zwischen 10 und 18 Jahren zu Ihren Erfahrungen in den letzten drei Monaten befragt. Teilnehmende Schulen waren:  jeweils eine Haupt- und Realschule, jeweils zwei Gesamtschulen, Gymnasien und Berufsbildende Schulen in Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen.  Betroffene Schüler (14 Prozent) leiden der Erhebung zufolge häufiger an gesundheitlichen Problemen wie Kopf-, Rücken, Bauchschmerzen oder Schlafstörungen und setzen Vermeidungsstrategien ein: sie ziehen sich beispielsweise zurück und haben weniger Sozialkontakte (30 Prozent). Die Ergebnisse sind alarmierend, doch wäre es jetzt vor allem wichtig, dass sich Eltern, Bildungspolitiker und Pädagogen gleichermaßen an die eigene Nase fassen.
cos


(Quelle: SZ.DE)