„Schnipp schnapp Scher, der Meister Nadelöhr…“ – lautet der Anfang eines Reimes. Aber wie war das noch mal mit Kreuzstichen, linken Maschen und dem Stopfen von Strumpflöchern? Lange ist es her. Strumpfhosen werden mittlerweile neu gekauft, statt die Löcher gestopft und „linke Maschen“ kennen viele nur als Synonym für bösartige Tricks. Wahrscheinlich ist man gerade deshalb besonders entzückt, wenn man auf Handwerksmärkten oder in kleinen Lädchen Dinge findet, die selbst genäht, gehäkelt, gestrickt oder gestickt wurden. Im 21. Jahrhundert nehmen sich die Griffe und Kniffe traditioneller Handarbeiten fast ein wenig aus, wie fernes Wissen. Computerspiele gibt es bereits für 4-Jährige und Erstklässler überprüfen ihre Lesefähigkeit auf Websites. Aber wer außer Oma speichert die Lehrsätze zur Handarbeit? Wer mehr wissen möchte, über die vielseitige, wirkungsvolle und geschickte Verwendung blumiger Stoffe, von Wolle und die Tricks "Mit Nadel und Faden", ist mit dem gleichnamigen Buch bestens beraten. Übersichtlich und anschaulich fotografiert, entdecken Handarbeitsfans, dass all das keine Zauberei ist und ganz leicht nachgeahmt werden kann. Los geht es mit einer kleinen Kunde zum Handwerkszeug: Wie heißt es? Wie sieht es aus? Wo bekommt man es? Dann werden die Grundrechenarten der Handarbeit vorgestellt: Das Sticken, Stricken und Nähen. Und zu guter Letzt, Möglichkeiten präsentiert, wie man die neu erworbenen Kenntnisse kreativ und stilvoll in die Tat umsetzt. Aus Karostoffen werden Lavendelsäckchen, aus langweiligen T-Shirts bestickte Lieblingsklamotten und aus einfachem Filz coole Schlüsseltaschen. Die Autorin Jane Bull erweckt Techniken aus Großmutters Zeiten zu neuem Leben. Das verspielte Design, das sehr an Cath Kidston und GreenGate erinnert, verleitet zum Nachmachen und inspiriert zu eigenen Kreationen. Ein Ideenbuch für kleine und große Mädchen.
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Mit Nadel und Faden, Verlag Dorling Kindersley, 64 Seiten, farbige Fotografien, 9,95 Euro