So beginnen viele Einträge in das geheime Buch, dem man sich anvertraut, wenn man mit seinem sozialen Latein am Ende ist. Oder es vorzieht, seine intimen Gedanken jemandem anzuvertrauen dessen Loyalität zu hundert Prozent verlässlich ist. Es soll gut tun, das Tagebuch Schreiben. Es soll die Seele, die Gedanken, das Gewissen entlasten, helfen innere Konflikte zu lösen, die Kreativität anstacheln – letztlich eine Form der Selbsttherapie sein.  
Wie so oft macht die Wissenschaft Schluss mit der schönen Vorstellung: Wer sich vom Tagebuch Schreiben Lösungen für Probleme erhofft, kann genau so gut einen Waldspaziergang machen. 
Wissenschaftler der Glasgow Caledonian Universität verglichen die Gesundheitswerte von 91 Tagebuchschreibern mit 41 Nicht-Tagebuchschreibern und beförderten ernüchternde Erkenntnisse an Licht: Die Tagebuchschreiber litten häufiger unter Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verdauungsproblemen. Die Leiterin der Studie vermutet, dass das Aufschreiben bedrückender Gefühle zu den Beschwerden führe. Die intensive Beschäftigung mit den negativen Ereignissen, schlechten Erfahrungen oder Traumata führe zur Wiederbelebung dieser, statt zur deren Verarbeitung. Aber: Es könnte durchaus auch sein - räumt selbst die Wissenschaftlerin ein, dass Menschen, die zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Verdauungsproblemen neigen, sensible Menschen sind. Und sensible Menschen greifen nun einmal eher zum Tagebuch als nichtsensible und stellen sich unglücklichen Entwicklungen, Erlebnissen und Gefühlen. Wer also Tagebuch schreibt, sollte dies getrost auch weiterhin tun. Denn eins ist sicher, ein Tagebuch hilft beim späteren Lesen der Erinnerung auf die Sprünge und was soll daran schlecht sein?
cos