Sie kennen das: Ihre Kinder sollen schlafen, werden aber kaum, dass sie die Liegeposition eingenommen haben, von den eigenen Gedanken überfallen und wollen plötzlich ganz dringend über ganz wichtige Dinge mit Ihnen sprechen. In den geeigneten Momenten des Tages, beispielsweise beim Abholen aus dem Kindergarten oder der Schule, wenn man interessiert fragt, wie es denn war, erhält man keine Antwort oder wenn man Glück hat, ein knappes „Schön war’s“ als Auskunft. Da liegen die Welten eindeutig auseinander und man fragt sich, nicht ohne zu verstehen, warum das passiert, weil man selbst öfter am Abend mit dem Gedankenkarussell fährt, was man dagegen tun kann: Wie bringt man das Kind zum Plaudern, ohne zu Drängeln? Und vermeidet so die planmäßige Unruhe am Abend. Hier wäre ein Vorschlag: Laufen! Wandern Sie gern? Wenn ja, dann kennen Sie den Zustand meditativen Laufens. Nach einer Weile beginnen die Gedanken zu fließen und man gerät in eine Art Flow-Zustand, der es einem erlaubt, zu schweigen oder auf den Grund des Meeres vergangener Ereignisse vorzustoßen, um sich ein ungares herauszufischen und vielleicht nachträglich zu verdauen. Gestern lief ich mit meinen Kindern, zwar keine allzu beträchtliche Strecke, aber ein ordentliches Stück. Plötzlich strömte es nur so aus ihnen heraus und sie erzählten von längst zurückliegenden Begebenheiten, die sie offenbar noch immer beschäftigten. Und hörten nicht mehr auf. Ich erfuhr so einiges und brachte das Einschlafritual ohne Mühe über die Bühne. Daher empfehle ich: Sollten Sie Zeit haben und die Wege angemessen sein, laufen Sie mit Ihren Kindern. Laufen Sie und sparen Sie allabendlich zermürbende Minuten beim Zubettbringen. Nicht zuletzt schadet Bewegung an der frischen Luft niemandem.
cos