Punkt Viertel vor Acht ist Treffzeit – jeden Morgen am gleichen Treffpunkt. Dann rennen, spazieren, trödeln die Kinder gemeinsam zur Schule. Das ist schön. Denn auf diesem Weg beginnen die Gespräche unter Kindern oder Jugendlichen – sind die Eltern draußen. Dieser Weg ist der Übergang von Zuhause zur Schule. Er ist - obwohl er einer Verpflichtung folgt -  freie Zeit. Jeder der gemeinsam mit seinen Freunden zur Schule ging, erinnert sich gern an diese verbindenden Minuten – die Schneebälle, die einen trafen, die Jungen, die Mädchen fingen, die geteilte Angst vor einer Schulaufgabe. Leider kennen immer weniger Kinder das Glück eines Schulweges mit Klassenkameraden. Das ergab eine Elternumfrage des Forsa-Institus im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Jedes fünfte Grundschulkind wird von Mama oder Papa in die Schule chauffiert. Der Trend zur behütenden Taxi-Mama legt zu. Das liegt zum einen daran, dass viele Eltern den Schulweg für zu gefährlich halten. Zum anderen daran, dass nicht wenige Kinder in eine Schule der Wahl gehen und nicht in die nächst gelegene Sprengelschule. Trotzdem: Kinder werden auf dem Schulweg quasi selbständig. Der Gang zur Schule ist ein wichtiger Übergang, eine Einstimmung – von ähnlicher Bedeutung wie das Aufwärmen von Sportlern oder dem Apéritif auf einer Gesellschaft. Lt. Umfrage der Techniker Kasse gehen rund 50 Prozent der Grundschüler zu Fuß. Wichtig ist, den sichersten Weg zu gehen – ohne viele Querstraßen und Ausfahrten, dafür lieber einen Umweg in Kauf nehmen. Eltern von Schulanfängern sollten rechtzeitig vor der Einschulung die Strecke ablaufen und den Nachwuchs in den ersten Tagen, Wochen begleiten. Den Kindern Sicherheit geben, keine Angst machen – dennoch wissend, dass Grundschüler die Entfernung von heranfahrenden Auto noch nicht einschätzen können. Aber irgendwann heißt es dann für alle: Augen zu und durch! Das Kind wird den Schulweg ganz bestimmt schaukeln.
cos