Der Kuss auf ein klebriges Milchbäckchen, das beruhigende Streicheln über den Kopf, der sichere Halt des Armes, die Sanftheit in einem Gute Nacht Lied – all das ist Mutterliebe. Sie liegt auf den Lippen, bewegt die Hände und die Stimme. Japanische Forscher haben nun herausgefunden, wo genau die Mutterliebe sitzt – und zwar im Kopf. Dazu ließen sie 13 Frauen Videos von Kindern ansehen, auch von ihren eigenen. Die Filme zeigten weinende und lachende Kinder. Die Reaktionen der Mütter wurden an der Aktivität einzelner Gehirnregionen gemessen. Dabei kam heraus, dass die Bereiche im Gehirn, in denen Gefühle verarbeitet werden und Triebverhalten entsteht, nur dann aktiv waren, wenn die Mütter das eigene Kind sahen. Weinte das Kind, verstärkte sich die Reaktion noch. Die Forscher sehen darin einen sinnvollen Mechanismus, den eigenen Nachwuchs erfolgreich aufzuziehen. Übertragen auf die heutige Zeit der Konsumfreuden bedeutet das, dass wir Mütter, wenn wir durch zahlreiche Geschäfte ziehen und viel Geld für die Kinder ausgeben, von unserer Liebe gesteuert werden. Und damit tragen wir einen beachtlichen Teil zum Überleben der Wirtschaft bei. Wir tun also nicht nur etwas für unsere Kinder, sondern auch für andere. Nur soweit denken liebende Mütter scheinbar nicht – immerhin: von den Filmen weinender Kinder, die nicht die eigenen waren, zeigten sie sich wenig beeindruckt. 
(Quelle: „Baby und Familie“)
cos