Mein sehnlichster Geburtstagswunsch, ein Radio für die Küche, hat sich erfüllt. Seit gestern beflügelt mich das schicke Retro-Ding mit seinem unnachahmlich warmen Küchenradio-Klang. Es ist der einmalige Klang, nach einem wohlig behütenden zu Hause, der Klang der Erinnerungen: der Klang von gebackenen Brötchen, Bratkartoffeln, frischen Nachrichten, leisen oder angeregten Tischgesprächen, ein Klang, der keine Einsamkeit kennt, der Klang, der sich dezent dem Zeitung Lesen unterordnet, der Klang der Marmeladenkleckse im Mundwinkel und auf dem Nachthemd, der Klang, der die Küche zum Lebensmittelpunkt der Wohnung macht, ähnlich einer wärmenden Ofenbank und der – so hoffe ich - den Kindern später eben jenes Gefühl wieder gibt, dass ich heute habe, weil ich mich erinnern kann. Es ist ein wenig wie mit einer tickenden Küchenuhr: das gleichmäßige Tick-Tack, das einlullt und das Gefühl nährt, draußen in der Welt läuft alles seinen gerechten, guten Gang und nichts kann daran etwas ändern.
Eine High End-Stereoanlage in der Küche wäre ungefähr das Gleiche wie ein alter VW Bus im Wohnzimmer – hübsch anzusehen, aber völlig unpassend.
cos

(Foto: Pixelio)