Meistens sind es ja doch die Mütter, die ihre Sprösslinge aus dem Hort, dem Kindergarten oder der Kinderkrippe abholen. Und diese wachsamen Wesen, überschauen und hüten natürlich auch das Kleidersortiment. Sie wissen wie viele Pullover, T-Shirts, Hosen, Jacken, Schuhe etc. ihre Lieblinge haben und wie sie aussehen. Das ist keine allzu große Kunst, denn vorwiegend sind es auch die Mütter, die diese Sachen, detailverliebt oder ebaysüchtig auswählen und einkaufen. Immerhin haben sie das Anziehen und Sortieren von Kleidungsstücken bereits in jungen Jahren akribisch einstudiert, während ihre männlichen Kollegen eher auf die Idee kamen aus Puppenkleidern Cowboymasken zu binden. Daher kommt es auch, dass sich neulich folgende Geschichte zutrug. Eine Mutter suchte die Jacke ihres Kindes. Sie fragte die Erzieherin. Der war auch nichts weiter aufgefallen, bis auf, dass ein Vater ein anderes Kind abgeholt hatte, das eine ähnliche Jacke trug. Scharfsinnig kombinierten wir: Der Vater hatte die Jacken vertauscht. Egal, dachte dieser wohl, Hauptsache, das Kind ist angezogen. Auch meine Kinder tragen teilweise den rechten Schuh am linken Fuß, Sommerkleidung im Winter und Winterkleidung im Sommer, der Bub die Jacke des Mädchens und umgekehrt. Ich wundere mich dann sehr. Vielleicht ist es nur die innere Hinwendung zum Wesentlichen, die „Ihn“ davon abhält einen intensiven Blick auf Kleidung und Schuhe der Kinder zu werfen oder es ist, was ich nicht hoffe, doch nur ungebremste Achtlosigkeit. Immerhin - solange Väter, die eigenen Kinder erkennen, kann man zufrieden sein, sie wissen eben was im Leben wirklich wichtig ist. Ich weiß es auch, deshalb kaufe ich ihm gelegentlich Bier statt Wasser, obwohl beides den Durst löscht.
cos