Das kennen Sie doch: Sie holen Ihr Kind vom Kindergarten, von der Schule, von wo auch immer ab und es fragt mit leichtem Unterzucker in der Stimme: Mama, hast Du was zu Essen dabei? Bemühen wir dieses Szenario jetzt nicht weiter – Sie haben unter Umständen immer Kekse, Kräcker oder Äpfel in der Tasche oder Sie gehen rasch zum Bäcker an der Ecke und damit dem Gejammer aus dem Weg. Die Frage ist: Warum fühlen die Kinder stets beim Anblick der Mama, dass sie Hunger haben? Es wird sehr wahrscheinlich nicht daran liegen, dass alle Mütter auf Erden einen Schweif aus frischem Bratenduft hinter sich her ziehen, der unverzüglich zum Appetit reizt. Es wird auch nicht daran liegen, dass die Kinder ihre Mütter ärgern oder prüfen wollen. Dieses Verhalten entwickelt sich gleich nach der Geburt. Das Kind riecht die Mama neben sich und weiß: Aha, da ist sie, die mich beruhigt und dieses komische Gefühl in meinem Bauch nimmt. Ein Glück. So geht es ungefähr 6 Monate lang. Und was wäre das Leben eintönig, wenn nicht auch aus dieser Erfahrung ein Rückstand bliebe. Eine Erinnerung des Körpers an etwas Zuverlässiges. Und so kommt es, dass selbst achtjährige Kinder beim Erscheinen der Mama ein altes Gefühl wieder beleben: Da ist sie doch, die mich immer von diesem komischen Gefühl in meinem Bauch erlöste. Es folgt eine kurze innere Prüfung, ob tatsächlich Hunger vorhanden ist. Schließlich das Ergebnis: Her mit dem Essen. Denn auch wenn der Hunger im Moment gar nicht so riesig ist, schadet es nicht, vorzubeugen.
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