Vergangenen Montag war ich im Kino. Als ich mich, nach Ende dieses wunderbaren Films, glücklich und unbeschwert auf den Heimweg machte, spürte ich in meiner Jackentasche etwas Grobes und Schweres. Etwas, dass mich ganz unpassend daran hinderte, nach Hause zu schweben. Ich tastete einen Stein. Es war ein Geschenk meines kleinen Sohnes. Er hatte ihn ein paar Tage zuvor aufgehoben und ihn mir mit den Worten überreicht: „Du bist mein Freund und mein Glück!“. Als ich den Stein in meiner Hand spürte, ruckte es erneut durch mein Herz und ich dachte: „So ein Glück!“. Und plötzlich wurde mir die Bedeutung des Wortes „Glücksbringer“ bewusst. Es geht nicht darum, ihn bei sich zu tragen, in der Annahme, dass er grundsätzlich und allmächtig diese oder jene Situation zum Besseren wendet: er einem beispielsweise eingibt, die Augen auf den 100 Euro Schein am Boden zu richten, obwohl man im Schaufenster gerade die neue Herbstkollektion mustert oder er das drohende Unwetter umleitet, während man arglos durch die Berge wandert.
Ein Glücksbringer ist dann ein Glücksbringer, wenn sein Erhalt unwiederbringlich mit einer derart außergewöhnlich anrührenden Geste des Gebenden verschmilzt, einer Geste, die absolut einmalig ist und den Empfänger des Glücksbringers tief berührt. Er ist dann ein wahrer Glücksbringer, wenn er das Vermächtnis in sich trägt, den Beschenkten in jedem möglichen Moment an diese große Rührung zu erinnern. Eine Rührung, die den Geist durchkreuzt, wie ein Blitzschlag die Dunkelheit und sich dann anfühlt wie ein warmer Sommerregen.
cos