Die deutschen Schüler rücken auf und belegen im aktuellen Pisa-Vergleich einen guten mittleren Rang. Lesen war der Schwerpunkt der Pisa-Studie 2009. Deutschland landet beim Lesen auf Platz 16. Genauer: einer von 167 deutschen Schülern kann erstklassig lesen, das sind 0,6 Prozent aller Teilnehmer. Davon dreimal so viel Mädchen wie Jungen und die meisten von ihnen Gymnasiasten. Das heißt aber nicht, dass Gymnasiasten grundsätzlich die Nase vorn haben. Das obere Viertel mit angestrebtem Realschulabschluss liest besser als das schlechteste der Gymnasiasten. 10 Prozent der Schüler, die einen Hauptschulabschluss anstreben, liegen auf dem gleichen Niveau wie die unteren 10 Prozent der Gymnasiasten. Die besten Leser innerhalb der OECD-Länder leben in Korea, die zweitbesten in Finnland, die drittbesten in Kanada. Ein Fortschritt im Vergleich zu den letzten Pisastudien ist es allemal für die deutschen Schüler. Auch in den naturwissenschaftlichen Fächern und in Mathe haben sie ihre Hausaufgaben gemacht.  
Die erste Pisastudie aus dem Jahr 2000 war ein Schock. Jeder Zehnte las unter Grundschulniveau, das waren fast doppelt so viele wie der Durchschnitt der OECD-Staaten. Jeder vierte Schüler kapitulierte vor grundlegenden Rechenaufgaben. Nun ist es besser als vor 9 Jahren. Aber nur, weil die schwächsten Leser besser lesen, die Guten oder Besseren aber nicht noch besser. Die Pisa-Gesamtnote lautet: Befriedigend. Kein Grund, sich auf die Schulter zu klopfen, aber immerhin ein Licht am Ende des Tunnels. An mehreren Baustellen des deutschen Schulsystems muss nach wie vor hart gearbeitet werden. Da wäre zum einen die Vorschulförderung, die permanenten Ausbau nötig hat - in erster Linie durch eine bessere Ausbildung der Erzieher und die Erweiterung des Betreuungsplatzangebots in Kinderkrippen. Die meisten Gelder fließen in die Oberstufe und die Hochschulen. Die Finanzierung ist insgesamt ineffizient und liegt unter dem OECD-Mittel: 2007 investierte man in Deutschland 5500 Dollar pro Grundschüler, im OECD-Durchschnitt 6700 Dollar. Da wäre zu anderen die Klassengröße in den Grundschulen – die Klassen müssen kleiner werden. Da wären außerdem die unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen durch Herkunft und Familie, die sich unmittelbar auf die Bildungschancen auswirken. An diesen Schrauben gilt es zunächst kraftvoll zu drehen.
Für die Pisa Studie untersucht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die Leistungen von Schülern im Alter von 15 Jahren. Für die neueste Studie wurden 470.000 Schüler in 65 Ländern geprüft (darunter alle 34 OECD-Länder). Aus Deutschland nahmen etwa 5000 Jugendliche an 223 Schulen teil.
cos