Gestern Morgen wurde ich geweckt - aber nicht von meinem lauten und schrillen Wecker, nein, ich wurde von Sonnenstrahlen geweckt, die mich sanft an meiner Nasenspitze kitzelten. Hinzu kam Vogelzwitschern, das viel lauter war, als ich es sonst in Erinnerung hatte. Irgendetwas stimmte nicht, irgendetwas war anders... Und dann wurde es mir schlagartig bewusst: Es ist Frühling!
Mit einem nahezu peinlichen Grinsen im Gesicht machte ich mich also am ersten Frühlingstag des Jahres auf den Weg. Natürlich kann man an einem solchen Tag nicht in den tristen Winterklamotten aus dem Haus gehen, frische Farben braucht das Land. Als ich dann an den ersten Gärten vorbei schlenderte entdeckte ich, dass auch dort die graue Zeit vorbei ist: Krokusse in zarten Flieder- und kräftigen Violetttönen, Märzenbecher und Osterglocken strahlten mit der Sonne um die Wette.Die Sonne schien aber eindeutig gewinnen zu wollen, denn sie leuchtete inzwischen so hell, dass ich mich nach meiner supermodischen Sonnenbrille sehnte. Einige Passanten hatten tatsächlich schon welche auf den Nasen. Schal und Stiefel wurden jetzt auch wieder durch Ballerinas und schicke Ketten ersetzt. Die durften in letzter Zeit eh zu wenig an die frische Luft.
Auch im Büro merkte ich die Veränderung:
Während noch vor kurzem alle über die eisige Kälte klagten und sich in der Mittagspause mit heißen Suppen wärmten, trieb es uns nun nach draußen. Sogar ohne Jacke war es angenehm, man muss die Wärme schließlich an sich heranlassen. Abends saß ich mit einer Tasse Kaffee im Garten und sah der Sonne beim Untergehen zu. Da war es dann doch ein bisschen frisch...
Und prompt bin ich heute Morgen mit Halsschmerzen aufgewacht. Man sollte es mit dem Frühling eben doch nicht gleich übertreiben.  Aber trotzdem weiß ich eines sicher: Ich werde es im nächsten Frühling wieder ganz genauso machen. Das ist es mir Wert.
Geht es Ihnen genauso? - Lena