Nach feierlicher Ankündigung, wurde Anfang 2007 das neue Elterngeld eingeführt. Seitdem werden täglich derart viele Anträge an den zuständigen Stellen bearbeitet, dass sogar die Ansage auf den Anrufbeantwortern der Ämter um Geduld bittet. Offiziell geht der Punkt also an die Familienministerin. Doch wer die Rechnung gut kennt, weiß, dass es durch die neue Elterngeldregelung auch viele Verlierer gibt.
Laut einer Studie des Allensbacher Instituts wäre die Hälfte aller Familien mit dem „alten“ Erziehungsgeld finanziell besser gestellt. Dennoch sind Dreiviertel der Befragten zufrieden mit dem neuen Gesetz. So erhalten gut verdienende Frauen 12 Monate lang (bzw. 14 Monate lang - wenn auch die Väter zwei Monate zu Hause bleiben) 67 Prozent des letzten Nettoverdienstes, allerdings höchstens 1800 Euro. Von Januar 2007 bis Juni 2008 wurde dieser Maximalbetrag insgesamt 752.000 Müttern genehmigt. Es ist allerdings nicht die Mehrheit der Frauen, die vor der Geburt überdurchschnittlich viel verdiente bzw. auf den oberen Sprossen der Karriereleiter stand. Jede zweite Antragstellerin muss sich mit dem Mindestwert von 300 Euro begnügen und das für nur ein Jahr. Diese 300 Euro Erziehungsgeld wurden innerhalb der früheren Regelung 2 Jahre und teilweise auch 3 Jahre lang gezahlt. Vor allem Arbeitslose, Studenten und kinderreiche Familien sind die Verlierer dieser Reform. Und was ist, wenn das Erziehungsjahr vorbei und kein Krippenplatz frei ist? 
cos

(Foto: Pixelio)