Wie ist das für Männer eigentlich mit dem Heiraten? Für Frauen ist klar: Ein rauschendes Brautkleid, eine komplizierte Frisur und schmeichelndes Make Up müssen her und dann muss die gesamte Kirchen- oder Standesamtgemeinde andächtig raunen. Einmal, wenigstens einmal im Leben muss die ganz große Show, will man Prinzessin sein. Es ist wohl nicht argwöhnisch, einigen Damen zu unterstellen, dass all die schönen Dinge eine Heiratsentscheidung erleichtern. Nun denn, so ist es. Und der Mann? Der wartet brav vor dem Altar auf seine Liebste und sollte bei ihrem Erscheinen den Kniefall vom Antrag möglichst noch einmal mit den Augen hinkriegen. Dann ist es perfekt. Dann folgt der amtliche Teil? Den Kindern von Saltkrokan dauert der definitiv zu lang, wichtiger wäre es, endlich zu Toilette zu kommen. So sprach ich neulich mit meinen Kindern über die Ehe. Ich sagte, dass ich es eigentlich ganz praktisch fände, gleich mehrere Männer heiraten zu können: Einen zum Lachen, einen zum Schmusen, einen zum Reden undsoweiter – und schwupp hat man eine beachtliche Anzahl von Ehegatten zur Hand. Eigentlich vernünftig, dachte ich, während ich die Kinder von einer solchen Lösung zu überzeugen versuchte. Dann schloss ich an, dass man dann ja auch ewig Hochzeit feiern könnte. Man könnte eine sehr lange Zeit über gut essen und trinken, tanzen und fröhlich sein. Ich sah es bildlich vor mir. Schön war das. Nur mein Sohn fand das nicht. Er sagte: „Ja aber, die Stelle an der sie sich verlieben ist doch so langweilig!“ Damit war der zeremonielle, offizielle Teil der Eheschließung gemeint und ich dachte: Stimmt. Dann doch lieber nur einen Mann heiraten oder eben: Ein Mann nur eine Frau.
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(Foto: PIXELIO)