Es gibt diese Tage, an denen ist man schon am Morgen müde von der Vorstellung des Ablaufes. Man weiß, spätestens um X Uhr muss man dort sein, dann muss man es bis Y Uhr geschafft haben, dort zu sein und bis Z Uhr wieder an anderer Stelle sein. Erfahrungsgemäß meistert man diese Tage ohne Zusammenbrüche und wundert sich am Ende, warum man es sich vorher so schwer gemacht hat – wo doch alles eigentlich ganz harmlos ist. Dieses Phänomen kann ich leider nicht erklären, ich betrachte es dennoch als ein Phänomen des Erwachsenenalltags. Zumindest bisher: Denn neulich erklärte meine Tochter verzweifelt, dass sie den Montag nicht mag. Und in der Tat, als ich es überlegte, stellte ich fest, dass sie jeden Sonntagabend unbestimmt missmutig und wehleidig wird. Der Montag, meinte sie, sei der schrecklichste Tag der Woche, denn dann sähe sie ihre Freundin nicht und müsse nach der Schule in diesen langweiligen Musikunterricht zu diesem beschämenden Lehrer. Die Arme, dachte ich und bemitleidete sie von Herzen. Aber auch sie übersteht die Montage meist  ohne große Blessuren. Und doch würde ich ihr diesen Tag gern ersparen. Fühlt er sich doch immer wieder an wie ein Hindernis im Fluss des Lebens. Verpflichtungen machen eben auch vor Kindern nicht halt.
cos