Noch ein Stand mit funkelndem Baumschmuck, und wieder landet ein Exemplar in der  Tasche. Das Christbaumschmücken ist eine alte und beliebte Tradition. Traditionen haben fast immer einen weiten Weg hinter sich. Es ist ein wenig wie bei „Stille Post“, am Ende ist der  Anfang mehr oder weniger verwandelt. So ist es auch mit dem Weihnachtsbaum und seinem Schmuck.
Im Mittelalter wurde in den Kirchen an Weihnachten das sogenannte „Paradiesspiel“ aufgeführt, es gehörte zum Krippenspiel. Ein mit Äpfeln behängter Baum dekorierte dabei die Kulisse der Bühne, auf der Schausteller Adam und Eva nachspielten. Sie zeigten wie sie Sünde über die Menschen brachten und erst durch Jesus Christus Kreuzigung wieder davon erlöst wurden. Mit den Jahren wurde der Baum immer festlicher geschmückt und seine paradiesische Bedeutung klar herausgestellt. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts verschönerten Handwerker ihre Zunftstuben mit grünen Zweigen und lösten somit den Paradies- oder Christbaum aus dem kirchlichen Brauch des Krippenspiels. Die Zweige verzierten sie mit Nüssen, Äpfeln, Zucker, Gebäck und buntem Papier. Wer keine Nadelbaumzweige hatte, brachte Äpfel- oder Holunderzweige in der warmen Stube zum Blühen.
Mitte des 17. Jahrhunderts ersetzte der immergrüne Baum die Zweige – allerdings nur in der gesellschaftlichen Oberschicht. An ihm hingen zunächst essbare Figuren, die an das Schlaraffenland, seinen Wohlstand und Überfluss erinnern sollten. Damals leuchteten keine oder nur wenige Kerzen am Baum, denn Bienenwachs war teuer. Die Erfindung des Stearin 1818 für die Herstellung von Wachs machte Kerzen dann für alle erschwinglich und auch die Bäume fanden ihren Weg in die Stuben der arbeitenden Menschen.
Der Überlieferung nach erfand ein armer Lauschaer Glasbläser, der sich die teuren Äpfel und Nüsse nicht leisten konnte 1850 die Christbaumkugeln. Lauschaer Glas ist mittlerweile weltberühmt.
Der Baumschmuck folgt seit jeher eher modischen Impulsen als christlicher Symbolik, Teddybären in Autos, Heißluftballons, avantgardistische Männlein, paillettenbestickte Nikolausstiefel,  alles Mögliche aus Papier, Glas, Draht, Holz, Perlen, Stroh oder Zucker, glitzert heutzutage am Nadelkleid. Aber auch klassische Figuren wie Engelchen, Glocken, Sterne und Herzen sind darunter und deren Symbolik erinnert an Jesus Christus’ Geburt.

Engel – sind die Mittler zwischen Gott und Mensch
Fische – symbolisieren Wasser, Leben und Fruchtbarkeit. In der Christlichen Tradition sind die das Zeichen für Jesus Christus.
Glocken – sind Überbringer froher Kunde, mahnen allerdings auch zur Wachsamkeit.
Herzen – bedeuten Liebe, Freundschaft und Lebenskraft
Sterne – verkünden Hoffnung und ein gütiges Schicksal
Tannenzapfen – stehen für Fruchtbarkeit und Jungfräulichkeit
Trompeten – erinnern an die Engelsposaunen, die Jesus Geburt ankündigen

Wir sind neugierig wie die Bäume in 200 Jahren aussehen…dann schauen wir natürlich von oben.
Wann und wie auch immer Sie gern Ihren Baum schmücken, wir wünschen viel Freude dabei.

Wie sieht denn Ihr Weihnachtsbaum aus? Schicken Sie uns bis zum 31.12.2007 ein Foto. Das schönste Bild wird auf unserer Seite veröffentlicht. Der Gewinner erhält einen Waren-Gutschein in Höhe von 50 €.

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