Es gab bereits Tage an denen man den Frühling ahnen konnte. Doch nun zeigt uns der Winter, dass er noch da ist: Kalte Stürme rütteln an den Fenstern und es schneit. Es ist die Zeit des Schnupfens und hartnäckiger Erkältungen und die Zeit, in der wir beginnen, den Frühling herbeizusehnen. Da wir den Geschicken des Wetters ausgesetzt sind und die Sonne nicht heraufbeschwören können, nützt es vielleicht etwas, sich an die Hähne zu wenden. Immerhin: Sie sind die Sonnenwecker – eine Möglichkeit wäre es, die Ankunft des Frühlings zu beschleunigen. Wobei wir beim Titel des Buches sind, das wir Ihnen heute gern vorstellen möchten – „Der Sonnenwecker“ von Martin Baltscheit, illustriert von Christoph Mett. .
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Hahnes, der von seinem Vater lernt, jeden Morgen kräftig und gewaltig die Sonnen zu wecken. Als der Papa eines Morgens nicht aufstehen kann, um die Sonne zu wecken, muss es der Kleine tun – es funktioniert. Mit geschwollener Brust sonnt er sich in seinem Erfolg bis die Henne Hedi ihn daran erinnert, dass die Sonne auch ohne ihn aufgeht. Ihm kommen Zweifel. Und dann erklärt Hedi ihm auch noch, wie das läuft - dass sich nämlich die Erde um die Sonne dreht und die Sonne deswegen aufgeht. Da will es der kleine Hahn wissen, steht mitten in der Nacht auf und singt sein schönstes Lied, „ein gewaltiges Krähen.“ Und nichts passiert. Frustriert gibt er auf und kräht nicht mehr. Am nächsten Morgen geht die Sonne ohne ihn auf. Doch etwas ist anders: „Auf dem Hof war alles still. Menschen und Tiere schliefen. Auch der Bauer schnarchte.“ Hatte der kleine Hahn doch einen Sinn?
Beim Lesen des Buches rüttelt das Lachen so lange in einem, bis es endlich draußen ist. Eine köstliche, geistreiche und lehrreiche Lektüre mit Illustrationen von monumentaler und farbiger Pracht! Sehr, sehr zu empfehlen.
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Bajazzo Verlag, gebunden, farbig illustriert, 40 Seiten, 14,90 Euro, ab 4 Jahren