Kinder und Jugendliche in Deutschland haben große motorische Schwächen. Das ist das Ergebnis einer zwischen 2002 und 2008 angelegten Studie des Instituts für Sport und Sportwissenschaften an der Universität Karlsruhe unter 4500 Kindern und Jugendlichen im Alter von 4 bis 17 Jahren. Die Studie zeigt, dass beispielsweise Gleichgewichtssinn und Beweglichkeit bei Kindern und Jugendlichen sehr schlecht ausgeprägt sind. Mehr als ein Drittel der Studienteilnehmer (35 Prozent) waren nicht in der Lage, zwei oder mehr Schritte rückwärts auf einem 3cm breiten Balken zu balancieren. Auf der T-Schiene gelang es 86 Prozent der Jungen und Mädchen nicht, eine Minute auf der Schiene zu stehen, ohne mit dem Fuß den Boden zu berühren. Die häufigste Ursache für die nachlassende motorische Leistungsfähigkeit ist zu wenig Bewegung. Bis zum Vorschulalter leben die Kinder ihren natürlichen Bewegungsdrang ausreichend aus: Rackern im Sandkasten, spielen Fangen, springen Springseil oder fahren Roller. Spätestens mit dem Beginn der Schulzeit lassen die sportlichen Aktivitäten drastisch nach. Der Schulsport ist für viele Kinder und Jugendliche oftmals die einzige Bewegungseinheit in der Woche. Anstatt sich auf dem Spiel- oder Fußballplatz auszutoben, sitzen sie nach dem Unterricht vor dem Fernseher oder dem Computer. Hier sind die Eltern in ihrer Vorbildrolle gefragt – sie sollten so oft es geht gemeinsam mit den Kindern nach draußen gehen und dem Trend zur Trägheit entgegenwirken: Radfahren, Wandern oder im Sommer schwimmen. Denn mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft, sich anzustrengen – mögliche Folgen sind Übergewicht oder Fettleibigkeit. „Wer sich schon als Kind zu wenig bewegt, dem geht später allzu schnell die Puste aus.“ So auch Familienministerin Ursula von der Leyen. Und ausreichend Bewegung ist nun einmal immens wichtig für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung.

cos

(Quelle: KIND UND GESUNDHEIT)