Wir haben ein neues Auto. Die erste Fahrt damit war allerdings keine frühlingsfrische Spritztour, sondern nur der Weg zur Kinderkrippe und anschließend ins Büro. Die Strecke zur Kinderkrippe fuhr mein kleiner Sohn also mit. Er war ganz begeistert von dem neuen Automobil. Mindestens ebenso wie mein Mann. Der saß auf dem Fahrersitz und präsentierte mir verzückt alle technischen und vor allem spielerischen Raffinessen. Ich hingegen saß angespannt auf dem Beifahrersitz – wir waren mal wieder zu spät dran und ich hasse es, unpünktlich zu sein. Ich hörte nicht auf die detaillierte Anleitung zum neuen Auto, denn ich war voll sinnloser Hoffnung, dass ich durch meine Konzentration auf die Uhr, die Zeit anhalten konnte und doch nicht zu spät kam. Leider verärgerte diese Teilnahmslosigkeit den Rennfahrer neben mir ein wenig. Trotzdem erzählte er weiter von vor und zurückzuschiebenden Autodächern, weißen Tachoanzeigen, griffigen Schaltknebeln, Armstützen, sechs Gängen und einklappbaren Seitenspiegeln. Ich stand unter Strom und das Dach über mir ging auf und zu, auf und zu, auf und zu. Ich war noch in der Lage zu denken, dass das Auto der Lieblingsspielplatz der Männer ist und, dass das Kind im Manne hier sehr glücklich war . Das Bübchen auf dem Rücksitz schaute sich alles still an.
Auf dem Heimweg war ich dann allein. Zugegeben - das Auto fuhr großartig. Ich holte den Kleinen ab. Er hatte allen Erzieherinnen erzählt, dass wir ein neues Auto haben und war offensichtlich ganz verzaubert. Er stieg bereitwillig ein und freute sich, als wir losdüsten. Unterwegs befahl er mir laut aufgeregt, ich solle das Dach auf und zu schieben. Ich sagte: „Ja, ja gleich und Moment, ich muss erstmal schauen wo der Knopf ist!“.  Er rief immer aufgeregter: „Da, da, da!“. Ich verstand ihn nicht und drückte wahllos auf alle möglichen Schalter. Zwischendurch drehte ich mich kurz zu ihm um und bemerkte, dass er wild gestikulierend auf einen bestimmten Knopf zeigte. Den drückte ich dann auch und „Schwupps!“- das Dach ging auf.

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