Im Jahr 2001 dudelte ein launiger Popsong durch die Radiostationen und landete schließlich in sämtlichen Hitparaden, er hieß „Crying at the discotheque“. Wie visionär der Text ihres Liedchens war, wussten die Mitglieder der Band Alcatraz wahrscheinlich nicht. Seit es Diskotheken gibt fließen dort Glücks- und Unglückstränen. Doch nun nimmt das „Crying“, das Weinen in der Diskothek neue Formen an. 2004 kam eine Mutter aus Philadelphia auf die Idee, eine Babydisko zu organisieren. Sie kannte alle Zoos der Umgebung und die Ausstellungen der Kindermuseen – und war darüber nicht mehr allzu amüsiert. Eine Babydisco würde Kindern und Eltern gleichermaßen Spaß bringen. Die Party ging ab wie eine Rakete und katapultierte die Idee in den Orbit zündender Geschäftsideen. Bereits ein Jahr später gründete Heather Murphy gemeinsam mit ihrem  Freund die „Baby Loves Disco“  und die gibt es mittlerweile in 25 amerikanischen Städten. Eintritt haben Eltern mit Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und sieben Jahren. Einlass ist 15.00 Uhr. Wer mittanzen möchte, reserviert im Internet und muss sich dennoch einer langen Warteschlange vor der Tür anschließen - „Baby Loves Disco“ ist der Renner. Die Kleinen rocken was die Entwicklung der Bewegungsabläufe hergibt und wer noch nicht allein tanzen kann, wippt bei Mama auf dem Arm. Zwischendurch gibt es gesunde Häppchen und für die Eltern alkoholische Getränke. Ein Moderator heizt noch mal so richtig ein oder animiert zur Teilnahme an einem Tanzwettbewerb. Die Musik ist laut und übertönt alle anderen Geräusche – das Weinen von Babys und kleinen Kindern hört man beispielsweise nicht.  
Bei derart geistig dezimierten Veranstaltungen möchte man zum Schreikind werden und laut weinen  – „Crying at the discotheque“ .

(Quelle: SZ)

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