Nach Valentinstag, Halloween und Vatertag kommt der nächste Trend aus Amerika zu uns geschwappt – die Babyshower. Hört sich seltsam an und allzu schnell kann man sich unter dem Begriff nichts Sinnvolles vorstellen. „Babydusche“ – vielleicht eine praktische Duschvorrichtung für das Baby, um sich umständliche Wannenbäder zu sparen, ein visionäres Kosmetikprodukt oder einfach nur ein neues Wort, ein Anglizismus für die christliche Taufe? Es ist ganz anders – die Babyshower ist ein Fest für die werdende Mutter und in Amerika eine sehr beliebte Tradition. Gefeiert wird sie im letzten Drittel der Schwangerschaft. Ähnlich wie hierzulande bei Hochzeiten liegen dann sogar manchmal „Wunschlisten“ in Babygeschäften aus. Eine gute Freundin, eine Kollegin organisiert alles -  sie lädt ein, stellt den Wunschzettel zusammen, kümmert sich um Raum und Ausstattung. Ehrengast ist immer die werdende Mama. Bei einer Babyparty soll sie sich nicht nur amüsieren. Das große, geahnte Glück der bevorstehenden Zeit, soll in den Stunden der Party eine feierliche und vor allem ausgelassene Entsprechung finden. Auch in Form vieler kleiner Geschenke. Schöne Mitbringsel sind Anziehsachen und Spielsachen für das Baby und der Klassiker: eine Windeltorte (tatsächlich eine aus echten Windeln gebastelte Torte). Das Partyzimmer wird von der Gastgeberin mit Girlanden und Tischaccessoires aufwendig in rosa oder hellblau dekoriert – wichtig sind Babymotive und überall die Zeichen der Vorfreude. Dazu gibt es Kaffee, Kuchen und Sekt – natürlich nicht für die werdende Mama. Eingeladen werden ausschließlich Frauen. Gestandene Mütter sollten bei dieser Gelegenheit nur positive Erfahrungen und gern viele nützliche Tipps weiterreichen, beispielsweise welcher Kinderwagen, in welchem Design gerade en vouge ist, welcher Schnuller das Prädikat „Sehr gut“ von Ökotest erhielt, von der Klärung der Frage: „Sind Schnuller wirklich hilfreich?“ einmal ganz abgesehen. Zu einer Babyshower gehören außerdem Spiele wie „Babyfotos raten“ oder „Fläschchen auf Ex trinken“. Ein berühmtes Spiel ist das „Wäscheleinenspiel“: Die Gäste sollen  ein Baby (eine Puppe!) auf dem Arm halten, ein Telefon hinter das Ohr klemmen und dabei Wäsche aufhängen. Wer am meisten Wäsche aufhängt, ohne das Handy, die Söckchen oder das Baby fallen zu lassen, hat gewonnen. Alles in allem eine runde Sache, so eine Babyshower. Sie hat etwas von einem Kindergeburtstag und auch ein wenig von einer Krönung. Einer Krönung der Schwangeren zur Seligen.
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