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Keine Ahnung
Freitag, 27. August 2010
Kommt Ihnen das bekannt vor? Sie hören einen Satz, der etwas unverschämt um die Ecke kommt und Sie denken sich: „Seltsam dieser Satz! Was stört mich nur daran?“ Nach spontanem Überlegen ohne Einsicht, machen Sie weiter mit dem, was Sie gerade unterbrochen hatten. Etwas später, da war er wieder, der gleiche Satz. Plötzlich blättert es Ihnen wie Schuppen von den Augen. Es ist ein erwachsener Satz, ein lässiger, unverbindlicher und einen Tick zu rotziger Satz, der aus dem guten alten Englischen kommt, "No idea“ und auf Deutsch „Keine Ahnung“ heißt. Überraschen einen etwa Siebenjährige mit eben dieser knackigen Aussage bzw. Ansage, die genauso gut: „Was geht mich das an? Oder: Nerv nicht! Oder: Such doch selbst und lass mich in Ruhe!“ bedeutet, wird es brenzlig. Auf einmal hört man sich selbst „Keine Ahnung!“ sagen und dann wird wieder einmal klar. Kinder haben einen beneidenswerten Riecher für: 1. Sprachliche Effizienz. 2. Rotzige Sätze, die im Ballkleid antanzen. Und 3. Verbale Coolness, die ein ansonsten feststehendes Machtgefüge leicht aus den Angeln hebt! Also passen Sie auf, was Sie sagen, bevor Sie aufpassen, was die Kinder sagen.
cos
Laufen ist gut!
Montag, 16. August 2010
Punkt Viertel vor Acht ist Treffzeit – jeden Morgen am gleichen Treffpunkt. Dann rennen, spazieren, trödeln die Kinder gemeinsam zur Schule. Das ist schön. Denn auf diesem Weg beginnen die Gespräche unter Kindern oder Jugendlichen – sind die Eltern draußen. Dieser Weg ist der Übergang von Zuhause zur Schule. Er ist - obwohl er einer Verpflichtung folgt - freie Zeit. Jeder der gemeinsam mit seinen Freunden zur Schule ging, erinnert sich gern an diese verbindenden Minuten – die Schneebälle, die einen trafen, die Jungen, die Mädchen fingen, die geteilte Angst vor einer Schulaufgabe. Leider kennen immer weniger Kinder das Glück eines Schulweges mit Klassenkameraden. Das ergab eine Elternumfrage des Forsa-Institus im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Jedes fünfte Grundschulkind wird von Mama oder Papa in die Schule chauffiert. Der Trend zur behütenden Taxi-Mama legt zu. Das liegt zum einen daran, dass viele Eltern den Schulweg für zu gefährlich halten. Zum anderen daran, dass nicht wenige Kinder in eine Schule der Wahl gehen und nicht in die nächst gelegene Sprengelschule. Trotzdem: Kinder werden auf dem Schulweg quasi selbständig. Der Gang zur Schule ist ein wichtiger Übergang, eine Einstimmung – von ähnlicher Bedeutung wie das Aufwärmen von Sportlern oder dem Apéritif auf einer Gesellschaft. Lt. Umfrage der Techniker Kasse gehen rund 50 Prozent der Grundschüler zu Fuß. Wichtig ist, den sichersten Weg zu gehen – ohne viele Querstraßen und Ausfahrten, dafür lieber einen Umweg in Kauf nehmen. Eltern von Schulanfängern sollten rechtzeitig vor der Einschulung die Strecke ablaufen und den Nachwuchs in den ersten Tagen, Wochen begleiten. Den Kindern Sicherheit geben, keine Angst machen – dennoch wissend, dass Grundschüler die Entfernung von heranfahrenden Auto noch nicht einschätzen können. Aber irgendwann heißt es dann für alle: Augen zu und durch! Das Kind wird den Schulweg ganz bestimmt schaukeln.
cos
Wer ich bin
Montag, 09. August 2010
Waren Sie schon einmal längere Zeit allein – ohne die Kinder? Die waren vielleicht bei ihren Großeltern oder im Ferienlager, für ein paar Tage, eine Woche oder zwei? Wenn ja, dann kennen Sie sicher diese seltsame Veränderung, die sich in diesen freien Tagen in einem vollzieht. Man ist plötzlich wieder man selbst, befreit von den Lasten des Alltags, den Verpflichtungen, die rund um das Leben mit Kindern erfüllt werden müssen. Und diese Freiheit, diese Erleichterung bringt einen zu sich selbst zurück, zu dem Menschen, der man war, bevor man Mutter oder Vater wurde. Zurück zu dem Menschen, der seine Zeit zum Lesen nutzte, zum Schreiben, zum Sport treiben, der die Zeit nutzte oder tot schlug – so wie er es eben wollte und konnte. Die Frage ist jetzt: Wenn man noch immer dieser Mensch ist, wie kann man dann glücklich bleiben im aufreibenden Familienalltag - ohne sich ständig die Formel vorzubeten: "Ich tue es gern, denn ich tue alles für meine Familie!" Ich denke, das funktioniert nur dann, wenn man begeistert ist von der großen Aufgabe, Kinder zu haben - wenn es Sinn macht und man davon erfüllt ist. Dann kann man dem anderen Menschen für eine Zeit „Leb wohl“ sagen, um ihn in den Kinder-Pausen oder nachdem die Kinder ausgezogen sind, vielleicht wieder zu entdecken. Das ist die verträgliche Variante – finde ich. Fraglich wird es, wenn man sich nur noch mit den Kindern „ganz“ fühlt und durch sie lebt. Sich demzufolge in der kinderfreien Zeit irgendwie leer fühlt. Ich bin froh, die Zeit genießen zu können, die ich jetzt habe – denn die Kinder sind weg, haben eine tolle Zeit bei Oma und Opa.
cos
Kleiner, feiner Elternratgeber
Dienstag, 03. August 2010
"Erziehen mit Gelassenheit" von Christiane Kutik ist eine Zusammenstellung kluger Gedanken rund um das Leben mit Kindern. In kurzen, prägnanten Texten schreibt sie zu Themen wie Rollenklarheit, Respekt, Regeneration. Ein schön gestaltetes, inspirierendes Buch, das ich, obwohl unsere Kinder bereits Teenager sind, mit Genuß gelesen habe.
AS
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